Baugebiet Hohlacker / Auf der Beine

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Fragen & Antworten zum Glattbacher Baugebiet

Warum braucht Glattbach überhaupt ein neues Baugebiet?

Glattbach ist als überwiegend reine Wohngemeinde ohne große Gewerbebetriebe im hohen Maße von der Einkommenssteuer abhängig. Gerade der dramatische Rückgang der Einwohner im erwerbsfähigen Alter ist mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit Glattbachs sehr bedenklich. Ohne neues Baugebiet wird sich dieser Trend in der Zukunft noch verstärken. Glattbach steht hier im Wettbewerb mit den anderen Landkreisgemeinden um die „Binnenwanderung“. Diesen Wettbewerb droht Glattbach zu verlieren. Weitere Informationen sind in der Präsentation zum Thema Bevölkerungsentwicklung, die hier verfügbar ist, enthalten.

 

Mit welchen positiven Effekten wird durch Zuzug ins Baugebiet gerechnet? Die Gemeinde Glattbach muss mit ihren begrenzten Möglichkeiten eine Menge „Fixkosten“ stemmen. Dazu gehören z.B. neben der Schule, Kindergarten und Feuerwehr auch weitere gemeindliche Einrichtungen wie das Rathaus und der Bauhof. Durch den Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter werden finanzielle Kraftakte, wie z.B. der Ausbau des Kanals im Ortszentrum immer schwerer zu bewerkstelligen. Zusätzliche Steuereinnahmen durch Neubürger werden helfen, die Finanzkraft der Gemeinde zu stärken und die Situation zu entspannen. Weiterhin ist mit Nachwuchs in den Glattbacher Vereinen zu rechnen und auch die Glattbacher gewerbetreibenden profitieren von potentiellen zusätzlichen Kunden.

 

Warum werden nicht zuerst die Baulücken in Glattbach bebaut?

Die bestehenden Baulücken in Glattbach befinden sich in Privatbesitz, somit hat die Gemeinde keinen Zugriff oder eine Steuerungsmöglichkeit.

 

Warum wurde das Baugebiet an dieser Stelle ausgewählt und wie ist diese Entscheidung zustande gekommen?

Nach einer ausführlichen Untersuchung von vier verschiedenen Gebieten in den Jahre 2011 und 2012 wurde vom damaligen Gemeinderat mit Unterstützung des Ortsplaners, einstimmig festgestellt, dass das Gebiet Hohlacker/Auf der Beine die besten Voraussetzungen bietet. Gründe hierfür waren unter anderem die zentrale Lage im Ort, die Größe sowie der bessere Schutz vor Autobahnlärm.

 

Wieso wird diese Entscheidung beibehalten, obwohl es erkennbaren Widerstand gegen das Baugebiet Hohlacker gibt?

Die jetzige Planung ist schon weit fortgeschritten. Der Wechsel nach sechs Jahren auf ein anderes Baugebiet würde dementsprechend zu erheblichen Mehrkosten führen. Daher steht der Gemeinderat weiterhin zu seiner Entscheidung aus dem Jahr 2012 und sieht aufgrund der seither vergangenen Zeit einen weiter gestiegenen Handlungsdruck.

 

Warum soll das Baugebiet nicht mit einer durchgehenden Straße erschlossen werden?

Eine Erschließung ohne Durchgangsstraße ist gängige Praxis und soll dafür sorgen, dass kein Durchgangs- und Schleichverkehr durch das Wohngebiet entsteht. Dieser würde sowohl die Neuanlieger als auch umliegenden Altanlieger treffen. Das Baugebiet ist über vier Straßen an das Glattbacher Straßennetz angeschlossen. Das gewährleistet eine geringe Zusatzbelastung für die Bewohner der Andienungsstraßen. Überhaupt ist bei ca. 83 Wohneinheiten mit geschätzten 1,5 PKW nicht mit einer wesentlichen Verschlechterung der Verkehrsbelastung zu rechnen

 

Wieviel werden die Regenrückhaltebecken (RRB) im neuen Baugebiet kosten?

Die Kosten für beide RRB wurden durch das Planungsbüro in einer Gesamthöhe von 735.000 Euro geschätzt.

 

Welche zusätzliche Belastung werden durch die RRB für die Bürger erwartet?

Ungefähr die Hälfte der dem Baugebiet zuordenbaren Gesamtkosten von ca. 735.000 Euro werden, wie in Bayern üblich, über 50 Jahre (gem. Afa-Tabelle EStG, analog Gebäude) auf die Verbraucher umgelegt. Das entspricht nach derzeitigem Stand einem Mehrpreis von 10 Cent pro Kubikmeter. Jedoch werden die anfallenden Fixkosten des Wasserwerks in Zukunft von mehr Verbrauchern getragen, was sich positiv auf den Preis auswirkt.

 

Wie verändert sich die Hochwassersituation im Ortskern durch das geplante Baugebiet?

Es wird von keiner wesentlichen Verschlechterung ausgegangen, denn die RRB sind für statistisch nur alle 10 Jahre auftretende Hochwasserereignisse bemessen (alle Regenereignisse, die stärker als 10-jährige Ereignisse sind, führen dazu, dass die RRB ausgeschöpft werden und dadurch höhere Wassermengen in den Ortsbereich gelangen. Dies ist aber bei seltenen Regenereignissen auch derzeit schon der Fall). Durch die beiden RRB werden zwar weitere 10 bzw. 15 Liter/Sekunde in den Kanal verzögert eingeleitet, auf der anderen Seite wird aber auch das zurzeit schon anfallende Oberflächenwasser drastisch reduziert. Im Zuge der wasserrechtlichen Genehmigung muss letztendlich eine belastbare Bilanzierung aufgestellt werden. Darin ist aufzuführen, dass die Abflussmenge nicht größer oder genauso groß ist wie die im Bestand.

 

Müssen für das RRB Grundstücke von der Gemeinde erworben werden?

Nein, die Gemeinde muss für die RRB keine Grundstücke kaufen. Die Flächen werden im Rahmen der Umlegung von den Grundstückseigentümern des Baugebiets aufgebracht.

 

Gibt es eine Höchstgrenze von 30% für die Erschließungsflächen?

Nein, diese Obergrenze besteht nicht. Alle Erschließungsflächen (und Ausgleichsflächen innerhalb des Baugebiets) müssen von den Grundstückseigentümern eingebracht werden.

 

Wie wurden bisher die Kosten für den Hochwasserschutz in Glattbach umgelegt?

Bisher wurden verschiedene Bauwerke in Glattbach, wie z.B. ein Durchlaufbecken am Ortsausgang Richtung Aschaffenburg und ein RRB am Sportplatz Weihersgrund errichtet. Die Kosten für diese Bauwerke mussten, im Gegensatz zu den RRB im neuen Baugebiet, von allen Glattbacher Bürgern bezahlt werden.

 

Wer muss die Kosten für den weiteren Kanalausbau im Ortskern tragen?

Die Kosten für den Kanalausbau müssen auf alle Verbraucher in Glattbach umgelegt werden. Bei einer steigenden Anzahl von Haushalten sinkt jedoch die durchschnittliche Belastung aller Haushalte.

 

Wie und wann geht es mit dem Kanalausbau im alten Ortskern weiter?

In der gemeindlichen Finanzplanung sind Planungskosten für den weiteren Kanalausbau eingestellt. Der weitere Ausbau erfolgt im Einklang mit der finanziellen Leistungsfähigkeit der Gemeinde.

 

Wieso wurde das Bürgerbegehren abgelehnt?

Das Bürgerbegehren vom 10.04.2018 musste zum einen abgelehnt werden, da in der Begründung falsche Zahlen und Annahmen verwendet wurden. Zum anderen zielte die Fragestellung auf eine tatsächlich-rechtliche Unmöglichkeit ab, da das Baugebiet ohne RRB nicht realisierbar ist. Dem Bürgerbegehren fehlte dementsprechend die gesetzliche Grundlage.

 

Warum gelten so viele Gemeinderäte als beteiligt?

Als beteiligt im Verfahren gilt bereits, wenn ein Verwandter 3. Grades (Onkel/Tante/etc.) ein Grundstück im geplanten Gebiet besitzt. Insofern ist eine Beteiligung von Gemeinderäten in einer gewachsenen Ortstruktur nicht verwunderlich. Auch in den anderen geplanten Gebieten (mit Ausnahme Weihersgrund) wäre davon auszugehen, dass Gemeinderäte als beteiligt gelten.

 

gez. Die Gemeinderatsfraktionen des Gemeinderats Glattbach

 

 

Version 1, erstellt: 24. Mai 2018

Zuletzt geändert: 30. Mai 2018

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