Zum Inhalt (ALT-C)
Zur Navigation (ALT-N)
Zur Startseite (ALT-S)

Gemeinde Glattbach  |  E-Mail: poststelle@glattbach.bayern.de  |  Online: http://www.glattbach.de

Ortsgeschichte

Glattbach findet seine erste schriftliche Erwähnung nach derzeitigem Wissensstand in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Der das Amt eines Schenken im Stift St. Peter und Alexander in Aschaffenburg ausübende Kanoniker und damalige Dekan Hartmann übereignet zwischen 1183 und 1193 seinen Wirtschaftshof in "Gladebach" dem Stift.

 

Dieser Hof scheint der Kristallisationspunkt zu sein, in dessen Nähe sich langsam ein Gemeinwesen entwickelte; idyllisch im Seitental der Aschaff gelegen, umsäumt von Weinbergen, von bewaldeten Höhen bekränzt (auf denen schon vor nahezu 4.000 Jahren Menschen ihre Toten bestatteten), durchflossen vom "glänzenden Bach", der dem kleinen Ort seinen Namen gab.

Mehrfach ändert sich die Schreibweise über Glabbach, Glawisch bis hin zur heutigen.

 

Zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert finden sich zahlreiche Hinweise für die Anwesenheit adeliger Familien, die in Glattbach siedelten, so vor allem die Herren von Wasen, deren Wappentier - ein doppelköpfiger Storch - Eingang in das Gemeindewappen gefunden hat.

 

In den 800 Jahren seiner Geschichte lag der Ort jedoch nicht immer so friedlich zwischen den zum Main und der nahen Stadt Aschaffenburg auslaufenden Spessarthängen. Viel Not und Ungemach mussten seine Bewohner erdulden, wenn vor allem im 16. bis 18. Jahrhundert fremdes Kriegsvolk mit Plünderung, Mord und Totschlag die Menschen quälte. Zweimal verheerte die Pest in den Jahren 1606 und 1635/36 die Ansiedlung. Von 33 Familien überlebten nur 10, deren Nachkommen z.T. noch heute in Glattbach leben, diese Katastrophe.

 

Andererseits ging aber auch viel Segen von diesem Ort aus. 1873/74 begründete der aus Glattbach stammende Johann Desch, der das Schneiderhandwerk betrieb, durch Errichtung einer Kleiderfabrik in Aschaffenburg diesen für das ganze Untermaingebiet wichtigen Industriezweig und gab dadurch den vornehmlich im damals bitterarmen Spessart wohnenden Menschen durch die Heimschneiderei zu Tausenden Arbeit und Brot. Drei Garnrollen im Gemeindewappen und ein Brunnen auf dem Platz des zwischenzeitlich abgebrochenen Geburtshauses künden von der weitsichtigen Idee dieses Mannes.

 

Der Zweite Weltkrieg verschonte den Ort nicht, doch konnten die zerstörten Häuser schöner denn je aufgebaut werden.

 

So wandelte sich Glattbach von einer bodenständig gewachsenen Bauern-, Leineweber- und Fabrikarbeitergemeinde zu einem Ort von hoher Wohnqualität in unmittelbarer Stadtnähe, dem Wirtschafts- und Verkehrszentrum Rhein-Main ebenso nahe wie dem Erholungsgebiet Spessart, das bis in die Gemarkung hineinreicht.

drucken nach oben